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Aus Gästen werden Stammgäste.

Wie übersetzt ihr eure Speisekarte, ohne dass Gäste rätseln?

Wörtlich übersetzt wird aus Leberkäse schnell etwas Seltsames. So entscheidet ihr, welche Sprachen ihr braucht, was deutsch bleibt und wer am Ende prüft.

Speisekarte6 Min. LesezeitAktualisiert am 2. November 2026NFCeez Redaktion

Handgeschriebene Crêpe-Karte auf einer Kreidetafel

Ein Gast, der die Karte nicht versteht, bestellt das, was er kennt, oder fragt jedes Mal nach. Das kostet euer Team Zeit. Eine gute Übersetzung hilft dem Gast beim Entscheiden. Der Stolperstein liegt selten im Wortschatz, sondern bei Gerichten, die es woanders gar nicht gibt, und bei Angaben, die stimmen müssen.

Lohnt es sich, die Speisekarte zu übersetzen?

Das lohnt sich, wenn regelmäßig Gäste kommen, die nicht gut Deutsch lesen. Die Zahlen zeigen, dass das in vielen Orten vorkommt:

  • Reisende. Im Juli 2026 entfielen laut Statistischem Bundesamt 10,8 von 58,4 Millionen Übernachtungen auf Gäste aus dem Ausland. Das betrifft Beherbergung, ist je nach Region sehr unterschiedlich und sagt nichts darüber, wer zu euch kommt.
  • Nachbarn. Nach dem Mikrozensus 2023 sprachen rund 77 % der Menschen in Deutschland zu Hause ausschließlich Deutsch, 17 % Deutsch und mindestens eine weitere Sprache und 6 % gar kein Deutsch. Viele davon lesen Deutsch problemlos, die Zahl zeigt nur, wie gemischt die Nachbarschaft ist.

Dass mehr Sprachen zu mehr Umsatz führen, belegen diese Zahlen nicht. Ablesen lässt sich nur, wie viele Gäste überhaupt in Frage kommen.

Welche Sprachen braucht eure Speisekarte?

Englisch ist für die meisten Betriebe die erste Wahl, die weiteren Sprachen hängen von euren Gästen ab, nicht von einem Bundesschnitt. Laut Mikrozensus waren unter den 15,6 Millionen Menschen, die zu Hause vorwiegend oder ausschließlich eine andere Sprache sprechen, Türkisch (14 %), Russisch (12 %) und Arabisch (9 %) am häufigsten. In eurer Straße kann das ganz anders aussehen.

So findet ihr es heraus: Lasst das Team eine Woche lang eine Strichliste an der Kasse führen, in welcher Sprache Gäste sprechen oder nachfragen. Fragt auch die örtliche Tourist-Information nach den wichtigsten Herkunftsländern.

Beispiel (erfunden)Strichliste einer WocheEntscheidung
Café Morgenrot, BahnhofsnäheEnglisch 60, Französisch 12, Spanisch 5Englisch sofort, Französisch als Nächstes
Bäckerei Hafenkorn, WohnviertelTürkisch 25, Englisch 10, Arabisch 8Türkisch und Englisch, Arabisch prüfen
Restaurant Laterne, AltstadtEnglisch 90, Niederländisch 30, Italienisch 20Englisch und Niederländisch, digital auch mehr

Denkt an Arabisch und Hebräisch: Diese Sprachen laufen von rechts nach links. Prüft vorher, ob Druckvorlage oder Werkzeug das sauber darstellen.

Muss die deutsche Speisekarte bleiben?

Ja, die deutsche Fassung bleibt die Grundlage, und die Übersetzung kommt dazu. § 2 LMIDV verlangt, dass Lebensmittel bei Pflichtangaben in deutscher Sprache gekennzeichnet werden, das betrifft auch eure Allergenangaben. Eine Pflicht zur Übersetzung haben wir in den Vorschriften zu Allergenen und Preisen nicht gefunden (Stand November 2026). Die Übersetzung ist also euer Service, und sie muss trotzdem stimmen: Nach Art. 7 LMIV dürfen Informationen über Lebensmittel nicht irreführend sein. Für alle Pflichtangaben gilt der Artikel zu den Pflichtangaben auf der Speisekarte.

Was übersetzt ihr, und was bleibt deutsch?

Den Namen eines typischen Gerichts lasst ihr stehen und erklärt ihn in einer kurzen Zeile, alles Allgemeine übersetzt ihr. So bestellen Gäste das echte Gericht und wissen trotzdem, was kommt. Die Tabelle zeigt Beispiele, die ihr an eure Rezepte anpasst:

Auf der KarteBesser auf EnglischDie Falle
LeberkäseLeberkäse: Bavarian-style baked meat loafWörtlich „liver cheese“. Laut Leitsätzen enthält er in Bayern in der Regel keine Leber
Wiener SchnitzelWiener Schnitzel: breaded veal cutletLaut Leitsätzen immer Kalb
Schweineschnitzel Wiener ArtVienna-style breaded pork schnitzelNicht zu „Wiener Schnitzel“ verkürzen
Cordon bleu ohne TierartCordon bleu: veal, ham and cheeseOhne Angabe laut Leitsätzen Kalb. Ist es Pute, schreibt das dazu
MaultaschenMaultaschen: Swabian filled pasta pocketsFüllung nennen, oft Fleisch
SpätzleSpätzle: soft egg noodlesBleibt deutsch
FlammkuchenFlammkuchen: thin crispy flatbread with crème fraîcheNicht einfach „pizza“
Rote GrützeRote Grütze: cooked red berry dessertWörtlich „red groats“ ergibt keinen Sinn
ApfelschorleApple juice with sparkling waterMenge bleibt, zum Beispiel 0.3 l

Die Bezeichnungen zu Schnitzel, Cordon bleu und Leberkäse stehen in den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuchs. Eine Übersetzung darf aus einem Schweineschnitzel kein Kalb machen. Die Kurzform „Wiener Schnitzel (pork)“ ist deshalb keine gute Lösung.

KI, Übersetzer oder das eigene Team: Wer sollte übersetzen?

Der Entwurf kann von KI kommen, die Prüfung sollte von einem Menschen mit der Zielsprache als Muttersprache kommen. Beides allein hat Schwächen.

Belastbare Zahlen gibt es kaum. Eine Masterarbeit der Technischen Universität Kaunas (2025) untersuchte 30 typisch litauische Speisenbegriffe auf fünf echten Karten und in drei KI-Übersetzungswerkzeugen. In den menschlichen Übersetzungen fand sie 101 Fehler in 154 Fällen, bei der KI 135 Fehler in 118 Fällen, darunter 11 völlig unpassende. Das ist eine einzelne Arbeit zu einer kleinen Küche und zeigt zweierlei: KI schnitt schlechter ab, und auch Menschen machen viele Fehler.

WegStärkeSchwächePasst für
Jemand aus dem TeamKennt die GerichteSchreibt die Sprache vielleicht nicht fehlerfreiAls Prüfer für den Entwurf
KI-ÜbersetzungSchnell, viele Sprachen, leicht zu ändernRegionale Gerichte, Fehler klingen plausibelDen Entwurf, seltene Sprachen
FachübersetzerSauberer Text, Verantwortung klarBei jeder Änderung neuer AuftragDie Hauptsprache einer festen Karte
KI plus MuttersprachlerSchnell und geprüftBraucht jemanden, der wirklich liestDie meisten Betriebe

Was KI beim Lesen und Formulieren sonst gut und schlecht kann, steht im Artikel zur Speisekarte mit KI.

Anweisung zum Kopieren für einen KI-Entwurf

Übersetze diese Speisekarte ins Englische für Gäste in einem Restaurant. Lass die Namen regionaler Gerichte auf Deutsch und erkläre sie in höchstens acht Wörtern. Übernimm Preise und Mengen genau. Füge keine Zutaten hinzu. Ändere nie die Tierart. Übersetze die Allergenspalte nicht, sondern lasse sie leer. Markiere alles, wobei du unsicher bist, mit PRÜFEN.

Wie geht ihr mit Allergenen in anderen Sprachen um?

Allergene übersetzt ihr nie frei, sondern übernehmt die Begriffe aus der amtlichen Sprachfassung der EU-Verordnung. Die Bezeichnungen stehen in Anhang II der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, die es in allen EU-Amtssprachen gibt. Auf Englisch lautet die Liste zum Beispiel „Cereals containing gluten“, „Crustaceans“, „Molluscs“, „Lupin“ und „Nuts“, wobei „Nuts“ Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse und weitere meint.

  • Haltet Erdnüsse und Nüsse auseinander. Beides sind eigene Gruppen im Anhang.
  • Ein Gericht, eine Prüfung. Ändert sich die deutsche Angabe, ändert ihr alle Sprachen am selben Tag.
  • Türkisch und andere Sprachen außerhalb der EU. Dafür gibt es keine amtliche EU-Fassung. Lasst die Liste einmal von einem Muttersprachler mit Küchenerfahrung prüfen.
  • Bittet Gäste mit Allergie, im Team nachzufragen. Schreibt das in jeder Sprache auf die Karte.

Alles zur Kennzeichnung selbst steht im Artikel zu den Allergenen auf der Speisekarte.

Wie zeigt ihr mehrere Sprachen auf der Karte?

Auf Papier passen meist zwei Sprachen gut zusammen, digital könnt ihr deutlich mehr anbieten. Wichtig ist, dass Gäste die Sprache selbst wählen.

FormSo geht esGrenze
Eine Papierkarte, zwei SprachenDeutsch oben, Englisch direkt darunter in ruhigerer SchriftAb drei Sprachen wird es eng
Eigene Papierkarte je SpracheSauber zu lesenAlle müssen bei jedem Preis neu gedruckt werden
Digitale KarteSichtbarer Sprachumschalter, Preise aus einer QuelleMuss am Handy gut funktionieren

Für die digitale Karte rät Google zu einer eigenen Adresse je Sprachfassung und davon ab, Besucher automatisch nach Sprache umzuleiten. Bietet stattdessen sichtbare Links an, damit jeder Gast seine Sprache findet. Und achtet darauf, dass Preise und Allergene aus einer einzigen Quelle kommen, damit eine Änderung nicht in einer Sprache vergessen wird.

Wie pflegt ihr die Übersetzung?

Die Übersetzung bleibt gut, wenn es eine feste Wortliste und einen festen Ablauf gibt. Legt eine einfache Liste an: euer Begriff, die englische Fassung, wer sie geprüft hat. Dann heißt „hausgemacht“ überall gleich, und ein neues Gericht ist schnell ergänzt. Zählt nach jeder Kartenänderung kurz durch: gleiche Anzahl Gerichte, gleiche Preise, gleiche Mengen in allen Sprachen.

Geht das, ohne jede Sprache selbst zu pflegen?

In der digitalen Speisekarte von NFCeez pflegt ihr nur eure deutsche Karte. Dafür fotografiert ihr sie in der NFCeez-App oder ladet ein PDF hoch, prüft Gerichte, Preise und Allergene und veröffentlicht. Sprachen wählt ihr dabei nicht aus. Gäste stellen oben auf eurer Smart Page ihre Sprache ein, eine von 25, also alle Amtssprachen der EU und Türkisch. Öffnet jemand die Karte in seiner Sprache, übersetzt die KI sie in diesem Moment. Ändert ihr einen Preis auf Deutsch, sieht ihn der nächste Gast in jeder Sprache. Habt ihr eine Übersetzung selbst geprüft, zeigt die Karte diese zuerst.

Die Grenzen: Eine maschinelle Übersetzung kann ein regionales Gericht falsch erklären, wie oben beschrieben. Lest deshalb die Gerichte, die am häufigsten bestellt werden, in eurer wichtigsten Fremdsprache mit jemandem gegen, der sie gut spricht. Den Hinweis, bei Allergien im Team nachzufragen, braucht ihr auch auf der digitalen Karte.

Womit fangt ihr an?

Euer nächster Schritt: Führt ab morgen eine Woche lang die Strichliste an der Kasse und schreibt nebenbei die zehn Gerichte auf, nach denen am häufigsten gefragt wird. Diese zehn übersetzt ihr zuerst.

So macht es NFCeezEure Karte auf Deutsch, für Gäste in ihrer Sprache.Gepflegt wird nur eure deutsche Karte. Gäste wählen auf eurer Seite eine von 25 Sprachen, und eine Übersetzung, die ihr selbst geprüft habt, kommt zuerst.So funktioniert's

Fragen zum Übersetzen der Speisekarte

  1. In den Vorschriften zu Allergenen und Preisen haben wir keine solche Pflicht gefunden. Pflichtangaben müssen auf Deutsch stehen, Übersetzungen sind ein freiwilliger Service, der trotzdem nicht irreführen darf.

  2. Für den Entwurf ja. Lasst das Ergebnis aber von einem Muttersprachler prüfen und übernehmt Allergene aus der amtlichen Sprachfassung, denn Fehler klingen bei KI oft plausibel.

  3. Mit der Tierart, zum Beispiel „Vienna-style breaded pork schnitzel“. Die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs verstehen unter Wiener Schnitzel ein paniertes Kalbsschnitzel, also sollte die Übersetzung die Sorte nicht verwischen.

  4. Auf Papier meist Deutsch und Englisch, digital so viele, wie eure Gäste wirklich brauchen. Eine Strichliste an der Kasse über eine Woche zeigt euch, welche das sind.

  5. Die amtlichen Begriffe stehen in Anhang II der EU-Verordnung 1169/2011 in der englischen Fassung, etwa Crustaceans, Molluscs, Lupin und Sulphur dioxide and sulphites. Übernehmt sie von dort statt aus einer freien Übersetzung.

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