Business

Aus Gästen werden Stammgäste.

Was muss auf einer Speisekarte stehen?

Alle Pflichtangaben für Gastronomie in Deutschland an einem Ort: Preise, Zusatzstoffe, Getränke und die Mehrwertsteuer seit 2026.

Speisekarte6 Min. LesezeitAktualisiert am 2. November 2026NFCeez Redaktion

Weingläser und Besteck auf einem dunklen Tisch

Eine Speisekarte soll schön sein und verkaufen. Dazu kommen ein paar Vorschriften, die verstreut in mehreren Regelwerken stehen. Hier ist alles an einem Ort, mit Paragraf und Link. Stand November 2026, gültig für Deutschland.

Was muss auf einer Speisekarte stehen? Die Checkliste

Pflicht sind Endpreise, bei Getränken die Menge, und die Information über Allergene und Zusatzstoffe, die auch außerhalb der Karte stehen darf. Schenkt ihr Alkohol aus, muss zudem mindestens ein alkoholfreies Getränk preislich mithalten.

PunktWas giltGrundlage
PreiseFür alle Speisen und Getränke, in einem Preisverzeichnis§ 13 Abs. 1 PAngV
EndpreiseInklusive Bedienungsgeld und aller Zuschläge, auch Mehrwertsteuer§ 13 Abs. 5 PAngV, IHK Dortmund
Aushang am EingangPreisverzeichnis mit den wesentlichen Speisen und Getränken neben dem Eingang§ 13 Abs. 2 PAngV
Menge bei GetränkenDie angebotene Menge nennen, zum Beispiel 0,3 lIHK Dortmund
PfandGetrennt vom Preis angeben§ 7 PAngV
Allergene14 Allergene pro Gericht, vor der Bestellung erkennbar§ 4 LMIDV
ZusatzstoffeFestgelegter Wortlaut, derselbe Weg wie bei den Allergenen§ 5 LMZDV
Alkoholfreies GetränkMindestens eines nicht teurer als das billigste alkoholische, auch im Literpreis§ 6 GastG
WahrheitName und Beschreibung dürfen nicht täuschen§ 11 LFGB

Vorsicht bei älteren Ratgebern: Viele nennen noch § 7 PAngV für Gaststätten und die Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (ZZulV). Seit der Neufassung steht die Gaststättenregel in § 13 PAngV, § 7 regelt heute das Pfand. Die Kennzeichnung der Zusatzstoffe steht heute in § 5 LMZDV.

Wie müssen Preise auf der Karte stehen?

Preise müssen als Endpreise auf der Karte stehen, also so, wie der Gast sie bezahlt. Das Preisverzeichnis muss entweder gut lesbar angebracht sein, auf den Tischen liegen oder jedem Gast vor der Bestellung und auf Verlangen bei der Abrechnung vorgelegt werden. Zusätzlich hängt neben dem Eingang eine Liste mit den wesentlichen Speisen und Getränken. Wer Essen sichtbar ausstellt, zum Beispiel in der Kuchentheke, zeichnet es mit Preisschildern aus oder nutzt ebenfalls ein Preisverzeichnis (§ 13 Abs. 1).

Die IHK Dortmund nennt dazu drei Dinge, die auf der Karte nicht gehen:

  • "Von bis", "ca." und "ab" als Preisangabe
  • Angaben wie "Preis nach Gewicht bzw. Größe"
  • Getränke ohne Mengenangabe

Auch Beilagen und Extras brauchen einen Preis, wenn ihr sie berechnet. Ein Zuschlag für Bedienung oder ein Gedeck kommt nicht einfach obendrauf, denn die Preise müssen laut § 13 Abs. 5 alle Zuschläge einschließen. Der Branchenratgeber G wie Gastro nennt die Berechnung eines Gedecks ausdrücklich unzulässig. Wollt ihr so etwas trotzdem anbieten, klärt das vorher mit der IHK.

Welche Mehrwertsteuer gilt 2026 für Speisen und Getränke?

Für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen gelten seit dem 1. Januar 2026 dauerhaft 7 Prozent, für Getränke weiter 19 Prozent. Das steht in § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG, eingeführt durch das Steueränderungsgesetz 2025. Die IHK Köln stellt klar: nicht befristet.

Auf der Karte steht trotzdem nur der Endpreis. § 13 PAngV verlangt keinen Ausweis des Steuersatzes. Das Gesetz senkt die Steuer, es schreibt keine Verkaufspreise vor: Ob ihr die Senkung weitergebt, entscheidet ihr. Was sich an einem Preis ändert, zeigt dieses Beispiel mit runden, erfundenen Zahlen aus dem Restaurant Laterne:

Artikel, EndpreisSteuersatzDarin SteuerBleibt netto
Hauptgericht, 14,00 €, bis 202519 %2,24 €11,76 €
Hauptgericht, 14,00 €, seit 20267 %0,92 €13,08 €
Weinschorle, 7,00 €19 %1,12 €5,88 €

Was gilt beim Frühstücksbuffet mit Kaffee?

Bei Kombiangeboten aus Speisen und Getränken zu einem Pauschalpreis beanstandet die Finanzverwaltung nicht, wenn 30 Prozent des Preises auf die Getränke entfallen. So steht es im BMF-Schreiben vom 22. Dezember 2025. Bei einem erfundenen Buffet im Café Morgenrot für 20,00 € wären das 6,00 € zu 19 Prozent und 14,00 € zu 7 Prozent. Weicht euer tatsächlicher Anteil ab, lässt sich das auch genauer rechnen. Besprecht das mit eurer Steuerberatung.

Und beim Mitnehmen?

Getränke bleiben auch hier in der Regel bei 19 Prozent. Die Ausnahme: Milch und Milchmischgetränke mit mindestens 75 Prozent Milch und ohne Alkohol werden laut IHK Köln beim Mitnehmen und Liefern mit 7 Prozent besteuert, vor Ort mit 19 Prozent. Prüft, ob eure Kasse das so abbildet.

Welche Zusatzstoffe müsst ihr kennzeichnen?

Zu kennzeichnen sind die Klassen aus § 5 Abs. 1 LMZDV mit genau dem dort vorgegebenen Wortlaut. Es zählt auch, was über zugekaufte Produkte ins Gericht kommt, zum Beispiel über Wurst, Soßen oder Softdrinks. Die häufigsten Fälle:

ZusatzstoffPflichtwortlautTypisch in
Farbstoffemit FarbstoffSoftdrinks, Desserts
Konservierungsstoffemit Konservierungsstoff oder konserviertFeinkostsalate, Soßen
Nitrat, Nitritpökelsalzmit Nitritpökelsalz, mit NitratWurst, Schinken
Antioxidationsmittelmit AntioxidationsmittelBrühen, Würzmittel
Geschmacksverstärkermit GeschmacksverstärkerFertigsoßen, Gewürzmischungen
Phosphat in Fleischerzeugnissenmit PhosphatBrühwurst, Kochschinken
Süßungsmittelmit Süßungsmittel(n)Zuckerfreie Limonaden
Aspartamenthält eine PhenylalaninquelleLight-Getränke
Eisensalze bei OlivengeschwärztSchwarze Oliven

Das Merkblatt aus Niedersachsen nennt für Getränke zwei weitere Fälle: "chininhaltig", etwa bei Bitter Lemon, und bei Erfrischungsgetränken mit mehr als 150 mg Koffein pro Liter den Hinweis "erhöhter Koffeingehalt" samt Gehalt. Üblich ist eine Ziffernlegende für Zusatzstoffe und eine Buchstabenlegende für Allergene. Wie das geht, erklärt unser Artikel zu den Allergenen auf der Speisekarte.

Musterzeile für eure Karte (erfunden)Currywurst (2, 4, 9) mit Pommes 8,50 €
Legende: 2 mit Konservierungsstoff, 4 mit Geschmacksverstärker, 9 mit Phosphat

Welche Regel gilt für alkoholfreie Getränke?

Wer Alkohol ausschenken darf, muss auf Verlangen auch alkoholfreie Getränke abgeben, und mindestens eines davon darf nicht teurer sein als das billigste alkoholische. Der Vergleich läuft auch über den hochgerechneten Literpreis (§ 6 GastG). Ein Beispiel mit erfundenen Zahlen aus der Bar Kobalt: Das billigste alkoholische Getränk ist ein Bier, 0,3 l für 3,60 €, also 12,00 € pro Liter. Ein Wasser, 0,25 l für 2,50 €, kostet 10,00 € pro Liter und erfüllt die Regel.

Das Gaststättengesetz gilt nicht in jedem Bundesland unverändert, Hessen etwa hat mit § 11 Abs. 4 HGastG eine eigene Vorschrift. Fragt im Zweifel eure IHK oder das Ordnungsamt nach der Fassung für euer Land.

Was ist keine Pflicht, und wo ist die Lage offen?

  • Kalorien und Nährwerte: In den Vorschriften für lose Ware oben steht dazu keine Pflicht.
  • Fotos: Keine Pflicht. Wenn ihr welche zeigt, dürfen sie nicht täuschen.
  • Alkoholgehalt: Der Ratgeber G wie Gastro nennt die Angabe in Vol.-% als Pflicht, und die Musterkarte aus Niedersachsen zeigt sie auch. In den hier verlinkten Vorschriften haben wir dafür bei offenen Getränken keine ausdrückliche Grundlage gefunden. Schreibt sie einfach dazu, oder fragt die Lebensmittelüberwachung.
  • Herkunft von Fleisch: § 4b LMIDV regelt die Herkunft bei unverpacktem frischem, gekühltem und gefrorenem Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch. Ob und wie das eure Karte betrifft, klärt mit der Lebensmittelüberwachung.

Was ist bei Namen und Beschreibungen verboten?

Verboten sind Bezeichnungen, die Gäste über das Lebensmittel täuschen. Das regelt § 11 LFGB zusammen mit Artikel 7 der EU-Lebensmittelinformationsverordnung. Schreibt "hausgemacht" nur, wenn es stimmt. Geschützte Namen gelten nur für das echte Produkt, G wie Gastro nennt als Beispiel Feta. Wenn es anderer Käse ist, nennt ihn anders.

Was kostet ein Verstoß?

Verstöße gegen § 13 PAngV sind Ordnungswidrigkeiten (§ 20 PAngV) und können laut § 3 Abs. 2 Wirtschaftsstrafgesetz mit bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Bei Allergenen und bei der Kennzeichnung nach § 4 LMIDV liegt die Obergrenze bei 50.000 Euro. Das sind Höchstwerte, die Höhe entscheidet die Behörde im Einzelfall.

Wie kommt das alles auf eine digitale Karte, ohne sie abzutippen?

Mit NFCeez geht das so. In der App fotografiert ihr eure Karte oder ladet ein PDF hoch, bis zu 20 Seiten, und beantwortet drei Fragen zu Beschreibungen, Empfehlungen und Fotos. Die KI liest jede Seite zweimal und fragt nach, wenn ein Preis unklar bleibt. Gerichte, Preise, Größen und Extras landen an ihrem Platz, ein Getränk in zwei Größen wird ein Eintrag mit zwei Preisen. Allergene schlägt die KI aus den Zutaten vor, und ihr bestätigt sie vor dem Veröffentlichen. Was sie nicht einordnen kann, erscheint als Hinweis, das Personal zu fragen. Ändert sich später ein Preis, passt ihr ihn in der App an und veröffentlicht, und der nächste Gast sieht ihn.

Die Grenzen: Vor dem Veröffentlichen geht ihr die Karte trotzdem Zeile für Zeile mit der Checkliste oben durch. Den Aushang neben dem Eingang ersetzt keine Karte auf dem Handy, und die Steuersätze bildet eure Kasse ab, denn NFCeez ist keine Kasse. Wie das aussieht, zeigt die digitale Speisekarte.

Euer nächster Schritt

Legt heute eure Karte neben die Checkliste oben und markiert jede Lücke. Am häufigsten fehlen die Menge bei Getränken, das Preisverzeichnis am Eingang und die Legende für Zusatzstoffe. Wenn ihr die Karte ohnehin neu aufsetzt, hilft der Artikel zum Gestalten der Speisekarte.

So macht es NFCeezPreise und Allergene, von euch geprüft.Die KI liest eure Karte vom Foto oder PDF und schlägt Allergene vor. Alles bestätigt ihr vor dem Veröffentlichen, und einen neuen Preis sieht schon der nächste Gast.So funktioniert's

Häufige Fragen zu Pflichtangaben

  1. Der Preis muss sie enthalten, ein eigener Ausweis des Steuersatzes wird in § 13 PAngV nicht verlangt. Ein Hinweis wie "inkl. MwSt." ist möglich.

  2. Nein. § 12 UStG regelt den Steuersatz, er legt keine Verkaufspreise fest. Die Entscheidung liegt bei euch.

  3. Laut IHK Dortmund sind "von bis", "ca.", "ab" und "Preis nach Gewicht bzw. Größe" nicht zulässig. Laut G wie Gastro braucht auch das Tagesgericht einen konkreten Preis.

  4. § 13 Abs. 2 PAngV verlangt ein Preisverzeichnis neben dem Eingang. Eine Karte, die erst auf dem Handy erscheint, ersetzt das nach unserem Verständnis nicht, im Zweifel fragt die IHK.

  5. Die Verordnung nennt keine Zahl. Hängt einen Auszug aus, der euer Angebot ehrlich abbildet, oder gleich die ganze Karte.

  6. Nein. Getränke sind von den 7 Prozent ausgenommen, auch Kaffee bleibt vor Ort bei 19 Prozent.

Weiterlesen.

Alle Artikel