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Aus Gästen werden Stammgäste.

Wie gestaltet und kalkuliert ihr eine Speisekarte, die wirklich funktioniert?

Viele Tipps zur Speisekarte klingen wissenschaftlich und sind es nicht. Hier steht, was Studien zeigen, wo ihre Grenzen liegen und wie ihr Preise sauber rechnet.

Speisekarte7 Min. LesezeitAktualisiert am 2. November 2026NFCeez Redaktion

Schwarze Getränkekarte an einer Café-Wand

Über Speisekarten kursieren viele Regeln: der Blick wandert zuerst nach rechts oben, die Punkte zum Preis müssen weg, das Eurozeichen sowieso. Nur wenige Regeln sind wirklich untersucht, und viele Zahlen im Netz lassen sich bis zu keiner Studie zurückverfolgen. Was bleibt, ist weniger spektakulär und dafür brauchbar.

Was zeigt die Forschung wirklich über Speisekarten?

Die Forschung zeigt kleine, begrenzte Effekte und widerlegt einige Mythen. Keine dieser Studien stammt aus einem deutschen Betrieb, und kaum eine prüft eine Karte am Handy.

StudieWer und woErgebnisGrenze
Yang 201225 Personen einer US-Universität, Blickmessung, zweiseitige AbendkarteGelesen wird wie in einem Buch. Einen häufiger betrachteten „Sweet Spot“ gab es nichtKlein, Labor, misst Blicke und keine Käufe
Dayan und Bar-Hillel 2011Café in Tel Aviv, 951 Bestellungen, zwei Kartenversionen je 15 TageGerichte am Anfang oder Ende einer Kategorie wurden beliebter, in der Studie etwa um 20 %Nur 20 Positionen geändert, einzeln oft nicht signifikant, Kellner notierten die Bestellungen
Yang, Kimes, SessaregoVon Studierenden betriebenes Restaurant des Culinary Institute of America, Mittagessen, 201 GästeReine Zahl ohne Dollarzeichen: 5,55 $ mehr pro Rechnung als die anderen Formate. Der Gesamteffekt des Formats war nicht signifikantEin Betrieb, Dollar statt Euro. Gruppengröße und Dauer wirkten viel stärker
Johns und andere 2013443 Personen an Tagen der offenen Tür zweier Universitäten, Bewertung erfundener KartenIdeal: etwa 6 Optionen pro Kategorie im Schnellservice, 7 bis 10 in der gehobenen KücheBewertung auf dem Papier, keine echten Bestellungen
Turnwald und andere 2017Stanford-Mensa, 27.933 Essende, 46 WochentageGenussvoll beschriebenes Gemüse nahmen 25 % mehr Menschen als schlicht benanntesNur Gemüse, eine Mensa, überwiegend Studierende

Wie baut ihr die Speisekarte am besten auf?

Baut die Karte in der Reihenfolge auf, in der Gäste essen und entscheiden, und setzt wichtige Gerichte an den Anfang oder das Ende einer Kategorie. Yang fand, dass Gäste eine zweiseitige Karte wie ein Buch lesen, von links oben nach rechts unten, und sich ihre Mahlzeit wohl um ein Hauptgericht herum zusammenstellen. Die Autorin rät ausdrücklich zur Skepsis gegenüber den üblichen Erklärungen. Die untersten Bereiche jeder Seite bekamen weniger Blicke, ob das am Platz oder am Inhalt lag, blieb offen.

  • Sinnvolle Reihenfolge. Frühstück, Kleines, Hauptgerichte, Süßes, Getränke. Keine eigene Logik, die Gäste erst lernen müssen.
  • Ränder der Kategorie nutzen. Setzt das, was ihr empfehlen möchtet, an den Anfang oder das Ende und nicht in die Mitte. Der Café-Versuch stützt das, mehr aber auch nicht.
  • Nicht nach Preis sortieren. Eine Liste von billig nach teuer lädt zum Preisvergleich ein. Das ist Erfahrung und keine Studie, also entscheidet selbst.
  • Gut lesbar. Prüft die Schrift bei eurem Abendlicht, mit Lesebrille und ohne.

Wie viele Gerichte gehören auf die Karte?

Das hängt von eurem Betrieb ab, doch etwa 6 bis 10 Optionen pro Kategorie sind ein guter Prüfwert. So bewerteten es die Befragten in der Studie von Johns und anderen: rund 6 für Schnellservice, 7 bis 10 für gehobene Küche. Eine Café-Karte mit kurzem Frühstück kann deutlich kleiner sein.

Fragt zuerst die Kasse. Was sich kaum verkauft und eigene Zutaten braucht, kostet euch doppelt: Lagerplatz, Ware und Zeit. Das Rechenbeispiel weiter unten zeigt, wie ihr das seht.

Wie schreibt ihr Beschreibungen, die helfen?

Gute Beschreibungen nennen Geschmack und Zubereitung, und alles darin muss stimmen. In der Stanford-Mensa wählten mehr Menschen das Gemüse, wenn es „Dynamite chili and tangy lime-seasoned beets“ hieß statt schlicht „Beets“, obwohl die Zubereitung gleich blieb. Gesund klingende Namen schnitten dort nicht besser ab als der schlichte. Ob sich das auf euer Café überträgt, wissen wir nicht, die Studie sagt selbst, dass das offen ist.

SchlichtBesser (nur wenn es stimmt)
Rote-Bete-SalatGeröstete Rote Bete mit Chili und Limette
Hähnchen mit ReisKnuspriges Hähnchen, Zitronenreis, Kräuterjoghurt
Kuchen des TagesHeute aus dem Ofen: Zwetschgenkuchen mit Streuseln
Vorlage für eine Zeile

Zubereitung + Hauptzutat + das, was den Geschmack ausmacht. Höchstens zwölf Wörter. Nur Wörter, die ihr dem Gast auch am Tisch erklären könntet. „Hausgemacht“ und „regional“ nur, wenn es wirklich so ist.

Wie zeigt ihr Preise auf der Karte?

Schreibt Preise einheitlich und als Endpreis, und erwartet vom Format keine Wunder. Im Versuch von Yang, Kimes und Sessarego brachte die reine Zahl ohne Dollarzeichen zwar mehr Umsatz pro Rechnung, das Format insgesamt war aber kein signifikanter Faktor. Viel stärker wirkten Gruppengröße und Aufenthaltsdauer. Mit Euro wurde das dort nicht getestet.

Die gleiche Quelle berichtet von einer älteren Arbeit, nach der Preise mit der Endziffer 9 im Schnellservice eher nach „günstig“ wirken und runde Preise in der gehobenen Küche eher nach Qualität. Das misst, wie Gäste einen Betrieb einschätzen, keine Käufe. Passt die Endung also zu eurem Betrieb, statt ihr viel Wirkung zuzutrauen.

Für die Preise selbst gilt in Deutschland, Stand November 2026:

Alle Pflichten stehen im Artikel zu den Pflichtangaben auf der Speisekarte.

Wie kalkuliert ihr einen Speisekartenpreis?

Rechnet vom Wareneinsatz über den gewünschten Anteil zum Nettopreis, schlagt die Umsatzsteuer auf und rundet auf einen sinnvollen Kartenpreis. Nach § 12 UStG gelten für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen 7 %, für die Abgabe von Getränken 19 %. Das Beispiel ist erfunden, die 30 % und 20 % sind Annahmen und keine Branchenregeln. Nehmt eure eigenen Ziele.

RechenschrittHauptgericht, Restaurant LaterneHausgemachte Limonade, Restaurant Laterne
Wareneinsatz pro Portion4,80 €0,90 €
Angenommener Anteil am Nettopreis30 %20 %
Nettopreis (Wareneinsatz geteilt durch Anteil)16,00 €4,50 €
Umsatzsteuer7 %19 %
Bruttopreis17,12 €5,36 €
Kartenpreis nach Rundung17,50 €5,50 €
Nettopreis aus dem Kartenpreis16,36 €4,62 €
Deckungsbeitrag (netto minus Wareneinsatz)11,56 €3,72 €

Der Deckungsbeitrag ist das, was pro Portion für Personal, Miete und Gewinn übrig bleibt. Rechnet immer netto, denn die Umsatzsteuer gehört euch nicht. Vergleicht danach mit eurer Umgebung und fragt euch, ob Gäste den Preis für diesen Teller zahlen würden. Bei Steuerfragen hilft eure Steuerberatung.

Was ist Menu Engineering, und wie rechnet ihr es?

Menu Engineering sortiert jedes Gericht nach Beliebtheit und Deckungsbeitrag in vier Gruppen, damit ihr seht, was bleibt, was sich ändern sollte und was gehen kann. Das Modell stammt von Michael Kasavana und Donald Smith aus der Zeit um 1982. Ein Gericht gilt als beliebt, wenn es mindestens 70 % eines gleichen Anteils am Verkauf erreicht, und als ertragsstark, wenn sein Deckungsbeitrag mindestens dem gewichteten Durchschnitt entspricht.

Ein erfundenes Beispiel mit sechs Gerichten und 600 Portionen in einem Monat. Die Beliebtheitsgrenze ist 600 geteilt durch 6, mal 0,7, also 70 Portionen. Der durchschnittliche Deckungsbeitrag ist die Summe der Beiträge von 5.545 € geteilt durch 600, also 9,24 €.

GerichtPortionenDeckungsbeitragGruppeWas ihr tut
Schnitzel17011,00 €Star: beliebt, ertragsstarkLassen, Qualität schützen
Salat10010,00 €Star: beliebt, ertragsstarkLassen
Burger1507,00 €Plowhorse: beliebt, ertragsschwachEinkauf und Portion prüfen, Preis vorsichtig anpassen
Lachs6014,00 €Puzzle: wenig gefragt, ertragsstarkBeschreibung, Platz in der Kategorie, Empfehlung vom Team
Risotto657,00 €Dog: wenig gefragt, ertragsschwachÜberarbeiten oder streichen
Flammkuchen556,00 €Dog: wenig gefragt, ertragsschwachÜberarbeiten oder streichen

Ein Blick auf den Burger: 50 Cent mehr Deckungsbeitrag wären bei gleichen 150 Portionen 75 € im Monat. Ob die Portionen gleich bleiben, ist die offene Frage, also ändert eine Sache und schaut einen Monat lang hin.

Die Grenzen des Modells: Es kennt nur Verkäufe und Wareneinsatz, keinen Aufwand in der Küche. Und ein „Dog“ kann das einzige vegane Gericht sein, wegen dem eine ganze Gruppe zu euch kommt. Rechnet das Modell, entscheidet aber ihr. Auch ein Gericht, das Stammgäste jede Woche bestellen, streicht ihr nicht wegen einer Tabelle.

Was gilt für Fotos und die Karte am Handy?

Fotos müssen den echten Teller zeigen, und am Handy zählen Scrollweg und Lesbarkeit mehr als jede Platzierung. In zwei Online-Experimenten der Ohio State University mit 267 und 222 Teilnehmenden wirkten Essensfotos mit kräftigen Farben frischer und schmackhafter und steigerten die Kaufabsicht. Das waren gedachte Bestellungen bei erfundenen Restaurants, keine echten Verkäufe. Für euch folgt daraus: gutes Licht und echte Farben, keine Bilder, die mehr versprechen als der Teller.

Die Studien oben betreffen fast alle Papier, ein Handy hat keine zwei Seiten und keinen Platz rechts oben. Hier helft ihr Gästen mit kurzen Kategorien, einer Suche und dem Beliebtesten weit oben. Wie das technisch geht, zeigt die Anleitung zur digitalen Speisekarte. Für den Weg an den Tisch lest den Artikel zur QR-Code-Speisekarte.

Wie setzt ihr das am Handy um, ohne alles neu zu bauen?

Mit NFCeez geht das so. Die vorhandene Karte fotografiert ihr in der App oder ladet sie als PDF hoch, und die KI ordnet Gerichte, Preise und Kategorien. Wenn ihr wollt, schreibt sie zu jedem Gericht eine Beschreibung, die ihr mit der Vorlage oben prüft: Stimmt jedes Wort? Gäste sehen Beliebt, eure Kategorien und eine Suche. Fehlt einem Gericht ein Foto, kann die KI eins machen, und Gäste sehen an einem Kennzeichen, dass es ein KI-Foto ist. Eigene Fotos vom echten Teller gehen jederzeit. Nach eurer Runde Menu Engineering ändert ihr den Preis in der App und veröffentlicht, ohne Neudruck. Die App zeigt außerdem, wonach Gäste in der Karte gesucht und nichts gefunden haben, zum Beispiel glutenfrei.

Die Grenze: Verkaufte Portionen und Wareneinsatz kennt NFCeez nicht, denn es ist nicht mit eurer Kasse verbunden. Die Rechnung oben macht ihr weiter mit den Zahlen aus der Kasse. Wie die Karte aussieht, zeigt die digitale Speisekarte.

Was macht ihr als Erstes?

Euer nächster Schritt: Holt euch aus der Kasse die verkauften Portionen der letzten 30 Tage, tragt den Deckungsbeitrag von zehn Gerichten ein und seht nach, welches Gericht ihr als Erstes anders beschreibt, umsetzt oder streicht.

So macht es NFCeezEin neuer Preis, ohne Neudruck.Die KI baut aus eurer Karte die Version fürs Handy, mit Beliebt, Kategorien und Suche. Preise und Beschreibungen ändert ihr in der App, und ihr seht, was Gäste suchen und nicht finden.So funktioniert's

Fragen zur Gestaltung der Speisekarte

  1. Der viel zitierte „Sweet Spot“ ist nicht belegt. In einer Blickmessung mit 25 Personen lasen Gäste eine zweiseitige Karte wie ein Buch, und kein Bereich bekam deutlich mehr Blicke als die anderen.

  2. Das ist Geschmackssache. Eine US-Studie fand Unterschiede bei Dollarzeichen, aber keinen signifikanten Gesamteffekt des Formats, und mit Euro wurde sie nicht geprüft. Der Preis muss in jedem Fall als Endpreis klar erkennbar sein.

  3. Teilt den Wareneinsatz durch euren Zielanteil am Nettopreis, schlagt die Umsatzsteuer auf und rundet. Im erfundenen Beispiel ergeben 4,80 € bei 30 % einen Nettopreis von 16,00 € und mit 7 % Steuer 17,12 €.

  4. Der Wareneinsatz ist, was die Zutaten kosten. Der Deckungsbeitrag ist der Nettopreis minus Wareneinsatz, also das, was pro Portion für Personal, Miete und Gewinn bleibt.

  5. Eine feste Zahl gibt es nicht. In einer Befragung an zwei Universitäten lag das Ideal bei etwa 6 Optionen pro Kategorie im Schnellservice und 7 bis 10 in der gehobenen Küche, ein guter Ausgangspunkt für eure eigene Prüfung.

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